Hünstetten

  Geschichte und Wappen Geschichte
Wappen
Hühnerkirche

 

Zur Geschichte Hünstettens

Im Zuge der hessischen Gebietsreform startete die neue Gemeinde Hünstetten am 1.1.1972 mit den Gemeinden Beuerbach, Kesselbach, Ketternschwalbach, Limbach, Strinz-Trinitatis und Wallbach. Am 1.7.1972 stieß Oberlibbach hinzu, am 1.1.1977 schließlich Bechtheim, Görsroth und Wallrabenstein. Ab dann war Hünstetten mit seinen zehn Ortsteilen komplett.

Details zur Entstehung der Gemeinde Hünstetten zwischen 1964 und 1977 (.pdf-Datei, 600 Kbit)

Ein Name für die junge Gemeinde war schnell gefunden, liegen die zehn Ortsteile doch allesamt an der sogenannten "Hühnerstraße", einer Handelsstraße, die seit Jahrhunderten Wiesbaden und Limburg verbindet. Eine ausführliche Darstellung zur Geschichte der 10 Hünstetter Ortsteile finden Sie in der Rubrik Hünstetten, Ortsteile.

Die Bezeichnung "Hühnerstraße" - auch als B 417 bekannt - leitet sich im Übrigen nicht vom lieben Federvieh ab, sondern geht auf das keltische Wort "hön" zurück, was so viel bedeutet wie "hoch". Entlang der Hühnerstraße finden sich Hünengräber aus der Hallstatt-Zeit (500 bis 400 v. Chr.). Auch im Wort Hünengräber verbirgt sich das keltische "hön" und deutet so auf die hoch aufragende Silhouette der Grabhügel hin. In der Römerzeit war die geographische Lage vor dem Limes Grund für eine dichtere Besiedlung im heutigen Hünstetter Raum. Zwischen den Jahren 1250 und 1392 werden die Ortsteile erstmals urkundlich erwähnt.



Das Wappen der Gemeinde Hünstetten

1978 lobte die Gemeinde einen öffentlichen „Wettbewerb zur Entwicklung eines Hünstetter Wappens“ aus. 12 Vorschläge reichten Hünstetter Bürger ein. Der 1. Preis ging an den Entwurf von Werner Nadenau aus Wallbach. Auf dieser Grundlage entwickelte ein Heraldiker einen Wappenvorschlag.

In einer Urkunde vom 1. Februar 1980 (StAnz Hessen Nr. 8/1980, Seite 387) erteilte der damalige hessische Innenminister Ekkehard Gries der Gemeinde Hünstetten die Genehmigung ein Wappen nach dieser Beschreibung zu führen:

"In Gold ein roter Balken zwischen zwei roten Flanken,
begleitet oben von vier (2,2), unten von sechs (2,2,2) blauen Doppel-T-Kopfschäften."

Wappen

Welche Elemente symbolisieren das Wappen der Gemeinde Hünstetten? Im Gutachten des Hessischen Hauptstaatsarchiv Wiesbaden vom 18. Dezember 1979 heißt es dazu:

Die Gemeinde Hünstetten entschied sich für die Schaffung eines völlig neuen Wappens, das für die neue Großgemeinde charakteristische und die einzelnen Teilgemeinden verbindende Symbole enthalten sollte. Als solche Symbole wurden das Hünengrab und der Buchstabe "H" als Anfangsbuchstabe des Namens der neuen Gemeinde vorgeschlagen. Das Hünengrab steht für die in der Gemarkung befindlichen vorgeschichtlichen Grabstätten, auf die auch die Namensgebung "Hünstetten" bereits hindeutet.

Auf Wunsch der Gemeinde wurden in den vorliegenden Entwurf 10, stilisiert in Form von Doppel-T-Kopfschäften dargestellte Hünengräber aufgenommen, die die 10 Teilgemeinden repräsentieren sollen. Der Querbalken des "H" stellt gleichzeitig die das Gebiet der neuen Gemeinde durchziehende "Hühnerstraße" dar und trennt 4 der Ortsteile von den anderen 6 so wie dies den realen Gegebenheiten des Straßenverlaufs, aus Richtung Wiesbaden gesehen, entspricht.

Der vorliegende Wappenentwurf, dem die Gemeindevertretung von Hünstetten ihre Zustimmung gegeben hat, wurde von dem Heraldiker Heinz Ritt in heraldischer wie auch in künstlerischer Weise einwandfrei ausgearbeitet. Das Hauptstaatsarchiv befürwortet daher den Antrag der Gemeinde Hünstetten auf Verleihung eines Wappens.


Die Hühnerkirche

1515 wird das heutige Wahrzeichen der Gemeinde, die Hühnerkirche, aktenkundig, als ein Wiesbadener Ehepaar eine Messe für "St. Anna am Honerberg" stiftet.

Sie ist ein Kuriosum im Nassauer Land. Gasthof und Kirche zugleich, betrieb man eine eigene Brauerei und Brennerei, hatte in den Wäldern das Recht auf Holznutzung, betrieb Schweinemast und beherbergte ab 1776 eine Poststation mit Schmiede, Pferdeschwemme und Wagnerei.

Für Hünstetten ist die Hühnerkirche heute ein würdiges Wahrzeichen.

Die Bewertung der Hühnerkirche als Kulturdenkmal (Lage, Fotos, Texte).


   

Eine ausführlichere Darstellung zur Geschichte der Hühnerkirche finden Sie in der pdf-Datei, die Sie durch Anklicken des Bucheinbandes herunterladen oder direkt von hier öffnen können. Zum Öffnen benötigen Sie das Programm "Acrobat Reader" auf Ihrem Computer.

Der Auszug ist dem Buch "Hünstetten - Leben im Grün der Wiesen und Wälder" aus dem Jahr 1997 entnommen. Das komplette Buch mit 143 Seiten in edler Aufmachung und Leineneinband können Sie für 18 € bei der Gemeindeverwaltung erwerben.